Fütterung

Was nun die Fütterung unserer Enten betrifft, so sind die Tiere nicht besonders anspruchsvoll. Ideal wäre hier eine Weide, wie sie nur auf einem Bauernhof gegeben sein dürfte. Aber die Tiere sind auch mit morgendlichem Weichfutter und abendlicher Gabe von Trockenfutter, bestehend aus Körnerfutter oder fertigen Pellet vollauf zufrieden. Zwischendurch reichen wir Grünfutter in Form von Salat oder ähnlichem. Betrachten wir zunächst einmal den Idealfall. Wenn wir an die heutigen bäuerlichen Betriebe denken, die allerorts meist als Aussiedlerhöfe entstanden, so bieten diese sich geradezu für die

Solch eine große Wiese kann natürlich nicht jeder seinen Enten zur Verfügung stellen.
Solch eine große Wiese kann natürlich nicht jeder seinen Enten zur Verfügung stellen.

Haltung von Gänsen und Enten an. Für Rinder ausgelegte Weidekoppeln in Gehöftnähe sind prädestiniert für unsere Tiere. Hier könnten ohne weiteres einige Enten mitgrasen und vielleicht sogar zu einem, wenn auch kleinen Nebenerwerb führen. Wer möchte, kann auch die Federn unserer Enten nutzen. Die Daunen der Warzenenten stehen den echten Eiderdaunen kaum nach. Durch das Mitgrasen auf der Koppel versorgen sich die Tiere praktisch selbst. Am Abend wird für reichlich Trinkwasser und etwas Körnerfutter gesorgt. Am nächsten Tag gehen die Tiere, nach Ablegung der Eier im Stall, wieder mit auf die Weide. Hier versehen sie als Gesundheitspolizei einen wichtigen Dienst. Enten fressen alles Mögliche was ihnen gerade vor den Schnabel kommt. In den letzten Jahren werden Enten verstärkt wieder im Obstbau eingesetzt. Dort lässt man sie die Flächen unter den Obstbäumen nach allerlei Kleingetier absuchen, so erspart man sich teure und eventuell schädliche Spritzmittel. Gleiches gilt für Holunderplantagen im alten Land und größere Flächen mit Beerenbewuchs.

Die Enten sind praktisch ständig auf der Suche nach Leckereien
Die Enten sind praktisch ständig auf der Suche nach Leckereien

Ein inzwischen nicht zu unterschätzender Bedarf an Enten ist im Bereich der Kleingärtner entstanden. Enten aller Rassen setzt man, dort in kleinen Trupps als so genannte Schneckenpolizei ein. Biologische Schneckenbekämpfung zwischen Salat, Kohl und Rosenblüten. Ganz nebenbei erhält der Gartenbesitzer noch einen guten Braten. Vornehmlich werden die Laufenten als Schneckenjäger angepriesen, aber selbstverständlich sind dazu alle Entenrassen geeignet.

Wer seinen Tieren ein solches Schlaraffenland nicht bieten kann, mixt ihnen selbst ein abwechslungsreiches Futter. Morgens reicht man den Tieren Weichfutter. Gekochte Kartoffeln oder eingeweichtes Brot, vermischt mit etwas Legemehl. Aber auch Schrote aus Hafer, Gerste oder anderen Futterkörnern können anstelle des Legemehls unter Kartoffeln oder Brot gemischt werden. Auch geschnitzelte Futterrüben können dabei Verwendung finden. Alle Arten von Molkereiprodukten, wie Milch in jeglicher Form (Jogurt, Kefir, Buttermilch) eignet sich hervorragend zum anmischen von Weichfutter. Am Abend gebe man eine gut sättigende Portion Trockenfutter. Diese kann aus normalem Körnermischfutter, fertigen Pellet für Geflügel, aber auch aus Mais, Gerste und Weizen bestehen. Man achte dabei steht ́s auf eine ausreichende Zufuhr an Mineralien und Vitaminen, wie sie in den Pellet bereits enthalten sind.

Enten, die an ein tägliches Menü gewöhnt sind, wartet zu gewohnter Zeit schon sehnsüchtig
Enten, die an ein tägliches Menü gewöhnt sind, wartet zu gewohnter Zeit schon sehnsüchtig

Manche Rassen sind geradezu vernarrt in Grünfutter. Generell gilt, wer von Kindesbeinen an Grünfutter gewöhnt ist, wird dies immer wieder gerne aufnehmen. Salat, alle grünen Kohlarten, Brennnesseln, Löwenzahn aber auch die Blätter der Futter- oder Zuckerrüben werden verzehrt. Als Grünfutterpflanze bietet sich Topinambur ganz besonders an. Sie kann mit ihren Blüten den Auslauf dekorativ verschönern, Stiele und Blätter werden direkt verfüttert und die Knollen gekocht ins Weichfutter gemischt. Zu jeder Fütterung ist ausreichend Trinkwasser bereit zu stellen, gerade bei der Fütterung von Körnern und Pellet.

Sie sehen also, liebe Leser, dass die Haltung und Fütterung von Enten auch auf kleinem Raum möglich ist und nicht nur, wie oft angenommen wird, in großen Ställen und auf großen Flächen.

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